Dancing at the End of the World
Design & Host

ACHTUNG! Diese Geschichte ist auf P18-Slash geratet - es kommt zu grafischen sexuellen Handlungen zwischen zwei Männer.
Ich hafte NICHT für Jugendliche, welche das lesen!!

... wie leben sich anfühlen kann

Ankommen macht nicht halb so viel Spass. Während der Bus mit einem für ihn äusserst endgültig anmutenden Ruck hielt, schlichen sich diese Worte in seinen Kopf. Er erinnerte sich, dass dies der Werbespruch der alten Greyhound-Busse war und grinste sarkastisch. Auch wenn er nicht mit solch einem Bus gefahren war, passte das doch geradezu erschreckend gut zu seiner Situation. Er hatte die Fahrt genossen, hatte sich von der Musik aus seinem Walkman berieseln lassen und an nichts gedacht – er wünschte sich, einfach sitzen bleiben zu können. Er würde sich nun hier auf dem Sitz zusammenrollen, die Augen schliessen und warten, bis der Bus weiterfuhr. Wenn es nach ihm ging, konnte er von Big Apple bis Afrika fahren, es war ihm gleich.
Da liegt ziemlich viel Wasser zwischen New York und Afrika, du Idiot. Steig aus.
Er gebot seiner inneren Stimme zu schweigen und starrte aus dem Fenster nach draussen. Regen. Viel Regen. Er fluchte unterdrückt, erhob sich und wankte zu den noch immer geöffneten Türen. Verdammt, er hätte sich nicht betrinken sollen.
Schon bevor er einen Fuss aus dem Bus gesetzt hatte, peitsche ihm der Regen entgegen, und der Wind brachte seine Haare durcheinander. Als er schliesslich doch nach draussen trat, dauerte es nur wenige Sekunden, bis kein Zentimeter seines Körpers mehr trocken war. Seine dunklen Haare klebten in seinem Nacken und hingen in Strähnen vor sein Gesicht, die ehemals dunkelblaue Jeans schien schwarz, das Wasser sammelte sich unter seinem Pullover zu dicken Tropfen, um eiskalt unter dem Stoff über seine Arme zu rinnen und mit einem leisen Plitschen zu Boden zu fallen.
Plitsch.
Plitsch.
Plitsch.
Das Geräusch machte ihn wahnsinnig, obwohl er es nicht hörte. Er wusste, dass es da war, das reicht ihm. Er stampfte wütend in eine Pfütze und wurde gleich noch aggressiver, als die Nässe durch seinen Schuh drang. Er presste die Lippen fest zusammen.
Was trittst du auch in eine Pfütze? Benimm dich nicht wie ein Gestörter, reicht es denn nicht, dass du nur von L.A. nach York gekommen bist, um dich umzubringen? Sieh es ein: Es ist lächerlich.
Er versuchte die innere Stimme, die ihm während der letzten Wochen ein unangenehmer Begleiter geworden war, zu ignorieren – ergebnislos. Die Hände in den Hosentaschen, drehte er sich zum Bus zurück, um festzustellen, dass der bereits abgefahren war.
„Kacke.“
Er hätte gerne zugesehen, wie der Bus davon gefahren wäre. Er hätte sich das Geräusch des Motors vorstellen können, welches von dem des Gewitters überdeckt gewesen wäre. Er hätte das von den Rädern aufgespritzte Wasser angesehen, den Rücklichtern des Busses nachgestarrt und für sich gedacht, wie scheisse sein Leben doch war. Dies wäre die perfekte Atmosphäre gewesen, um sich selbst zu bemitleiden.
Melodramatiker.
„Stimmt gar nicht“, murmelte er seinem ständigen Begleiter zu, der nur höhnisch lachte, als diese Worte im Donnergrollen untergingen.
Ihm fiel auf, wie still es war, abgesehen von der Stimme in seinem Kopf und dem dumpfen Donnergrollen. Entweder war sein alter Walkman abgekackt, oder die Musik ging tatsächlich in den Gewittergeräuschen unter. Als er die Stöpsel aus den Ohren nahm, wurde ihm klar, dass es letzteres war. Noch nie hatte er so ein lautes, heftiges Gewitter erlebt. Das Armageddon schien eingeläutet zu werden, dies war eine würdige Nacht für den Weltuntergang. Wie passend das Wetter doch war ... wie lächerlich passend.
Er lachte hart, liess den Walkman achtlos in eine Pfütze fallen und begann, die dunklen Strassen entlangzugehen. Selbst die Strassenlaternen schienen matt.

Er war in New York aufgewachsen, in einem Viertel unweit der Bronx. Seine Tage hatte er zumeist in den Strassen ebenjenes berüchtigten Viertels verbracht, vorwiegend in der Nähe des Baseball-Stadions. Wenn die Yankees gespielt hatten, war es dort sogar richtig toll gewesen. Zumindest glaubte er das rückblickend.
Seine Nächte hatte er ebenfalls oft dort verbracht, mit dem Unterschied, dass er dann seiner Mutter geholfen hatte, die Familie durchzubringen, indem er Drogen vertickt hatte. Er hatte sich geschworen, dass er irgendwann richtig viel Geld haben würde.
Und was war aus ihm geworden? Ein Assi, der keine Familie hatte, seit einigen Tagen auch keinen Job mehr, stattdessen unbezahlte Rechnungen, ein paar kleinere Vorstrafen und einen kaputten Kühlschrank.
Himmel, sogar sein Scheissleben war klischeehaft ...
Sein Leben war ihm schon lange sinnlos erschienen. Es war leer und grau; andere Farben gab es für ihn nicht. Als seine Mutter gestorben war, hatte man ihm das Letzte genommen, das er gehabt hatte – jemanden, den er lieben konnte. Er hatte gelebt, ohne ein Ziel, ohne einen Grund. Jeden Tag hatte er sich gewünscht, seiner Mutter folgen zu können. Und doch hatte er weitergelebt, er wusste selbst nicht, weshalb. Wahrscheinlich, weil es ihm schlicht zu anstrengend gewesen war, einen Suizid zu organisieren. Wenn sein Leben keinen Sinn machte, weshalb sollte er sich dann anstrengen, um es zu beenden?
Als er jedoch die fristlose Kündigung erhalten hatte, hatte er sich die Waffe besorgt – vermutlich vor allem aus einer Kurzschlussreaktion heraus, als aus Berechnung. Aber was spielte es jetzt für eine Rolle? Er hatte seinen Entschluss gefasst; er war in New York; er würde sich umbringen.

Sein zweiter, bisher trockener Fuss wurde nass. Sofort wurde er aus seinen Gedanken gerissen, die beinahe ebenso trüb waren, wie das schmutzige Licht, das die Strasse ein wenig erhellte. Er blieb stehen und starrte hinab in die Pfütze, wo er verzerrt sein eigenes Gesicht sehen konnte – dunkle Ringe unter den Augen, eingefallene Wangen. „Na klasse. Ganz toll“, flüsterte er und hob dann den Blick. Überrascht stellte er fest, dass ihn seine Füsse wie von selbst in Richtung des NY-Yankee-Stadions getragen hatten. Er sollte nicht überrascht sein. In dieser Nacht war alles klischeehaft. Alles passte.
Er schüttelte den Kopf und ging langsam weiter. Würde es die Szenerie nicht perfekt abrunden, sich in der dunklen Seitengasse umzubringen, in der er die Drogen verkauft hatte, als er fünfzehn Jahre alt gewesen war?
Er hörte Schritte hinter sich, nur während einiger Sekunden, während denen kein Donnergrollen erklang. Er machte sich nicht die Mühe, sich umzudrehen. Vielleicht wurde er verfolgt – und wenn schon. Es interessierte ihn nicht. Es könnte Jesus sein, es wäre ihm egal. Er war ohnehin Atheist.
Du Idiot, das ist nicht Jesus.
„Danke, das weiss ich.“
Dann hör auf, so wirres Zeug zu denken, verdammt. Du bist depressiv, nicht verrückt.
„Mmhm.“ Konnte alles heissen. Konnte ‚Tomaten sind rot’ heissen.
Er bog in die Seitengasse ab, die er gesucht hatte und blieb stehen, starrte zu Boden. Dreck lag dort; Dreck und Müll und gebrauchte Spritzen. Bilder prasselten mit derselben Intensität wie die Regentropfen auf ihn ein. Seine Kunden. Geld. Andere, die ihm das Geld wieder abgenommen hatten.
Er nahm sich zum ersten Mal Zeit, sich etwas umzusehen, seinen Blick auch nach oben zu richten. Blitze zuckten unablässig und tauchten den Himmel in gespenstisch grelles Licht, während sie die Gasse selbst in ein Reich aus Schatten zu verwandeln schienen. Den Blitzen folgten in Abständen von vielleicht zwei Sekunden Donnergrollen, so ohrenbetäubend laut, als würde er auf einer Wolke sitzen und das Geräusch von einem Meter Entfernung wahrnehmen. Der Regen sah von oben aus, als wären die einzelnen Tropfen Sterne, welche auf ihn niederfielen. Er war jedoch kälter, als es die Sterne sicherlich gewesen wären. Er war alleine. Sogar die Verbrecher und Junkies liessen ihn in Ruhe. Er erschauerte und schlang die Arme um sich.
Nein. Du brauchst deine Arme für andere Dinge, nicht wahr? Nimm deine tolle Pistole und schiess dir das Hirn weg. Du bist in New York, deiner Kindheitsstadt, du befindest dich in der Gasse, an die du dich wohl am besten erinnerst – der Sentimentalität ist Genüge getan ... tu es.
Wenn er sich nicht sehr irrte, klang seine innere Stimme spöttisch. Trotzig öffnete er den Reissverschluss seines Rucksacks und nahm die Pistole heraus. Er entsicherte sie, und obwohl er die Musik nicht gehört hatte, vernahm er das leise Klicken. Es klang beruhigend und verheissungsvoll. Er hob den rechten Arm, der sich plötzlich taub anfühlte und setzte die Pistole an die Schläfe.
Er hatte einmal gelesen, dass man nach einem Suizid mit einer Schusswaffe noch Stunden leben konnte, wenn man nicht gut traf. Ob das stimmte?
„Ich würde sie mir in den Mund stecken. Das scheint mir sicherer. Was jedoch sinnvoller wäre, wäre vermutlich, das Ding einfach zu Boden fallen zu lassen.“
Er fuhr zusammen, sein Finger am Abzug zuckte. Mit einem heiseren Keuchen drehte er sich in die Richtung, aus welcher die Stimme gekommen war.
Er war tatsächlich verfolgt worden. Ein junger Mann stand lässig an die Gasse gelehnt da, seine dunklen Haare fielen ihm ins Gesicht, und er sah ihn starr an, den Mund zu einem angedeuteten Lächeln verzogen.
„Was... Wer... Du...“ Er brach ab, während er den Fremden verwirrt anstarrte.
Wie intellektuell.
„Kann man sich hier nicht einmal in Ruhe umbringen? Verdammt noch mal, wir leben in einem freien Land!“, zischte er schliesslich, während er sich furchtbar dumm vorkam.
Das Lächeln des anderen wurde noch amüsierter. „Du wirst dich nicht umbringen.“
„Ach nein?“
„Nein.“ Er schien sich seiner Sache sicher zu sein.
„Woher willst du das wissen?“, fragte er – er hatte das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen.
„Wenn du tatsächlich vorhättest, dich umzubringen, dann hättest du es bereits getan. Dir wäre egal, ob ich da bin, oder nicht.“
Er antwortete nicht.
„Wie heisst du?“, fragte der andere schliesslich.
„Ich... Seth.“
„Okay. Hallo Seth. Du kannst mich Dean nennen.“
„Äh, hallo“, erwiderte er, die Waffe immer fester umklammernd.
Du solltest dich langsam erschiessen, sonst könnte das dezent peinlich werden.
„Das kann ich nicht“, kam es beinahe lautlos über seine Lippen.
Ja, weil er Recht hat. Du willst es gar nicht.
„Ich will mich umbringen!“ Die Worte durchschnitten die Nacht, Dean zog eine Augenbraue hoch, und Seth verspürte den dringenden Wunsch, wegzulaufen.
„Das möchtest du nicht“, sagte er. „Du möchtest nicht sterben, du suchst nur einen Weg, befriedigend weiterzuleben.“
„Doch, ich möchte sterben. Nur ... das ... ist nicht so einfach. Ich meine... Tu du es doch!“, forderte Seth ihn auf, als er nicht mehr wusste, was er sagen sollte, um sein Vorhaben zu bekräftigen. Er hielt dem Fremden die Pistole hin und hoffte, dass er danach greifen und so diese Verantwortung übernehmen würde ... doch er tat es nicht.
Stattdessen stiess er sich von der Wand ab und trat bis auf wenige Schritte an Seth heran. „Du möchtest, dass ich dich umbringe?“ Seine Augen blitzten auf.
Bevor er antworten konnte, fand er sich mit dem Rücken gegen die Wand der Gasse gepresst wider. Der Fremde umklammerte seine Schultern. Er sagte etwas, doch die Worte gingen im Donnergrollen unter. Ein weiterer Blitz liess das Gesicht des Fremden zu einem Schatten werden, bevor er seinen Mund auf Seths Hals legte und ohne ein Zögern seine Zähne in das Fleisch grub.
Ein unglaublicher Schmerz durchzuckte ihn. Die Pistole entglitt seinen Fingern und fiel zu Boden, er stöhnte und versuchte, Dean von sich zu stossen, doch er schaffte es nicht. Das Donnergrollen verklang für Sekunden, und Seth hörte das hastige Schlucken. Der Typ trank sein Blut! Ein leises Ächzen verliess seinen Mund – der Kerl war irre!
Nein, der ist genauso wenig ein Irrer, wie du. Der ist ein Vampir. Du hast einen Vampir gebeten, dich zu töten. Die innere Stimme kicherte.
Seth gab seine lächerlichen Versuche sich zu befreien auf und versuchte stattdessen, sich zu entspannen. Er wollte sterben, also war das... Das wollte er doch ... oder? Er biss sich auf die Lippen und fühlte, wie der Schmerz etwas Anderem wich, etwas Wichtigerem, etwas, das er lange nicht mehr gefühlt hatte. Es war eine Emotion, welche bewirkte, dass er sich lebendig fühlte.
„Nicht. Will ... nicht sterben. Bitte...“, presste er hervor und stellte überrascht fest, dass der Fremde – der Vampir – ihn sofort losliess.
Seth taumelte zurück, stützte sich mit den Händen an der Wand der Gasse ab. Er starrte den Vampir an, voller Angst.
„Du hast soeben um dein Leben gebettelt. Was nun? Kannst du dich nicht entscheiden? Willst du sterben – oder weiterleben?“
„Weder noch“, flüsterte er, wissend, dass der andere es würde hören können. „Ich möchte ... mich lebendig fühlen.“
Einen Moment lang noch fixierten ihn die dunklen Augen des Vampirs, dann presste er ihn erneut gegen die Mauer der Gasse, dieses Mal jedoch verschloss er seinen Mund mit einem stürmischen, leidenschaftlichen Kuss. Er öffnete seinen Mund, um zu protestieren, um zu erklären, dass er doch keinen Mann küssen konnte und schon gar keinen Vampir, doch dieser nutzte die Chance, um seine Zunge mit der eigenen anzustupsen, und Seth vergass alles. Sein Kopf war wie leergefegt. Er liess den anderen gewähren, und nach einigen Sekunden erwiderte er den Kuss. Seine Zunge umspielte die des Vampirs, lieferte sich beinahe schon einen Kampf mit ihr, und er schmeckte Kupfer und Salz – der Geschmack seines eigenen Blutes.

Seth hatte sich nie für Männer interessiert, doch nun war es, als würde er von jemand anderem geführt – er leckte über die Eckzähne des anderen, der daraufhin leise keuchte. Die Fänge ritzen seine Zunge, woraufhin Dean ihn nur noch leidenschaftlicher küsste, an seiner Zunge saugte und schliesslich mit seinem Fuss Seths Beine auseinander schob, um mit dem Knie seinen Schritt zu massieren. Seth stöhnte; er spürte, wie er hart wurde, obwohl er sich irgendwo am hintersten Rand seines Denkens sagte, dass er das nicht tun sollte. Wieder wurde alles Denken weggewischt, als er die raue, erregte Stimme des Vampirs dicht an seinem Ohr hörte: „Lass mich dir zeigen, wie lebendig du dich fühlen kannst. Lass mich es dir zeigen.“
Er brachte nicht mehr zustande, als ein abgehacktes Nicken. Er wehrte sich nicht, als Dean sich an seinem Gürtel zu schaffen machte und seine Hose, ebenso wie die Unterwäsche, nach unten zerrte. Erst, als er seine Hüften packte und ihn umdrehte, sodass er mit der Brust gegen die harte Wand gepresst stand, konnte er sich zumindest einen kleinen Teil seines Verstands zurückholen. „Nein“, flüsterte er – mehr brachte er nicht fertig. „Nein, das ... geht zu schnell.“
„Nein, Seth. Du willst wissen, wie leben sich anfühlen kann ... jetzt. Entspann dich.“
Er lachte humorlos, verstummte jedoch sofort, als er einen Finger, einzig befeuchtet von Speichel, an seinem Eingang spürte. „Bitte“, murmelte er abwehrend, wurde jedoch schlicht und einfach ignoriert. Er verfluchte die Tatsache, dass er sich nicht gegen die Kraft des anderen wehren konnte.
Es fühlte sich seltsam an, einen Finger in sich zu spüren, dem bald ein zweiter folgte. Fremd. Unangenehm.
Der Vampir hielt sich nicht lange mit dem Dehnen auf. Seth hatte nicht mitbekommen, wie Dean sich entkleidet hatte, doch nun drang der langsam in ihn ein. Seth keuchte schmerzerfüllte und verspannte sich. Die Hand des anderen krallte sich in sein Haar und bog so seinen Kopf nach hinten, eine Zunge leckte über seinen Hals und die Bisswunde, die leicht brannte.
„Entspann dich.“ Das war ein Befehl.
Seth wollte widersprechen, doch die Zunge an seinem Hals, die sanften Bisse, all das machte es ihm unmöglich. Die Küsse bewirkten tatsächlich, was sie sollten: Seth war so abgelenkt, dass er sich entspannte. Die Bisse wurden fester, während der Fremde weiter in ihn eindrang, und schliesslich durchbrachen die Zähne erneut die Oberfläche der empfindlichen Haut.
Seth suchte verzweifelt Halt, indem er seine Hände in die raue Oberfläche der Gassenmauer grub, als der Vampir begann, sich in ihm zu bewegen, erst langsam, dann schneller. Das Stöhnen des anderen Mannes vermischte sich mit seinem eigenen. Bald wusste er nicht mehr, weshalb er stöhnte, ob vor Qual oder Lust. Dean brachte ihn so dicht an die Grenze zwischen Erregung und Schmerz, dass er keine Ahnung hatte, auf welcher Seite er sich befand. Das einzige, das er wusste, war, dass er sich lebendig fühlte, genau wie es ihm versprochen worden war. Er fühlte das Leben, das von dem Vampir – dem ‚Untoten’ – ausging; Leben, das er in seinem Alltag nicht mehr finden konnte.
„Ich will sein wie du“, flüsterte er, ohne zu wissen, ob die Worte hörbar waren oder im Donnergrollen untergingen.
Der Vampir verstärkte das Saugen an seinem Hals, und wieder stöhnte Seth laut auf, dieses Mal eindeutig vor Lust. Der Schmerz des ersten Bisses war gewichen und hatte purer Ekstase Platz gemacht. Er kam den Bewegungen des anderen mit seinem Becken entgegen, und als dieser schliesslich Seths Glied mit der Hand umschloss und es im Takt seiner Bewegungen pumpte, dauerte es nicht mehr lange, bis er mit einem lauten, langgezogenen Stöhnen kam – er konnte sich im letzten Moment davon abhalten, den Namen des anderen zu stöhnen ... dazu war sein Stolz dann doch zu gross.
Auch die Bewegungen Deans wurden nun immer unkontrollierter – er hatte inzwischen von Seths Hals abgelassen und hatte stattdessen seine Hüfte fest umgriffen, um ihn an sich zu ziehen. Sein Atem war nur noch ein Keuchen, und immer härter wurden seine Stösse, und schliesslich ergoss auch er sich mit einem Stöhnen in Seth.
Seth hatte erwartet, dass der Vampir ihn sofort loslassen, vielleicht sogar alleine lassen würde ... doch er hielt ihn weiterhin fest, Seth spürte das unregelmässige Atmen in seinem Nacken ... und dann spürte er zum erneuten Mal, wie Dean ihn biss, sein Blut trank.
„Ich möchte ... nicht sterben“, murmelte er, während er spürte, wie er immer schwächer wurde. „Glaube mir“, hörte er die gemurmelten Worte, „irgendwann wird auch die Ewigkeit langweilig. Aber während deinen letzten Minuten hast du das Leben voll wahrgenommen ...“
Er fühlte noch, wie er zu Boden gelegt wurde. Er rang sich ein schwaches Lächeln ab und dann ... wurde alles schwarz um ihn herum.

~*~

(c) by Sandfrauchen

Gratis bloggen bei
myblog.de