Dancing at the End of the World
Design & Host
THINKING BLUE

music: OneRepublic ~ All The Right Moves

weather: cold, dark blue, cloudy.

words: Blue thoughts are wandering through the night. Not all those who wander are lost. // Who's got the finger on the trigger?

doing: watching tv, thinking.

tv: Pro 7 (Grey's Anatomy, Private Practice gleich).

reading: Bentley Little ~ Furcht

writing: Sister Of The Moon ~ chapter 11.

tele: no.

to do: au pair-stuff, some planning.

done: au pair-stuff.

mood: blue, pretty fine. (:

heart: still confused & kinda insecure, waiting, dreaming, ..missing, really okay.


Es ist wieder so weit. Ich stehe jeden Tag auf und ziehe einen Pulli an. Lange Hosen. Es wird kalt, es wird Herbst. Für einige mag es zu früh sein, aber ich finde es schön so.
Es ist 20 Uhr und ich sehe nach draußen; sehe zu, wie es immer mehr dämmert. Ich finde, das passt. Wieso soll es auch abends um 22 Uhr noch taghell sein? Das bringt doch gar nichts. Ich liebe die Dämmerung. Ich fühle mich wohl. Ich fühle mich auch wohl, wenn ich um 21 Uhr in der Dunkelheit spazieren gehen kann.
Ich werde auch nicht depressiv, wenn ich morgens aufstehen "muss" und es noch dunkel ist, oder wenn es tagelang in Strömen regnet. Ich gehe dann nach draußen und lasse den Schirm bewusst stehen. Man könnte meinen, die Leute haben Angst vor dem Regen - wenn man sie beobachtet … sobald es tröpfelt, fummeln alle nervös an ihren Schirmen rum. Ich habe das doch nie verstanden. Das ist doch nicht schlimm, das ist doch nur Wasser. Wieso sollte man Angst davor haben, nass zu werden? Es gibt so viele sinnvollere Dinge, vor denen man Angst haben kann, und dieses Gefühl ist wichtig - wieso an so etwas Hübsches wie Regen verschwenden?
Nein, es deprimiert mich nicht, absolut nicht. Die Sonne fehlt mir nicht. Im Gegenteil. Mich in lange Ärmel und dicke Decken kuscheln können, das ist schön. Heißen Tee trinken, nach draußen sehen.
Mir denken, dass ich keinen Wintermantel hergenommen habe und mir so einen tollen, schwarzen, ganz langen Ledermantel kaufen will. Egal, wie teuer die sind.
Mir denken, dass ich mit meinen Armen an sich kein Problem habe, aber dass lange Ärmel trotzdem schön sind. Dieses Gefühl von … sich völlig "legal" verstecken dürfen, weil es einfach selbstverständlich ist.

Melancholie kommt bei mir auf, und damit viele Gedanken. Aber es sind schöne Gedanken. So … "blue"-Gedanken. Thinking blue, nenne ich das. Es ist an sich vielleicht sogar bisschen deprimierend, aber diese sanfte Melancholie, diese Sehnsüchte und längst vergessenen, verlorenen, unsinnigen Wünsche, sind mir so vertraut. Wünsche, von denen ich weiß, dass sie nicht in Erfüllung werden gehen. Es geht nicht, es passt nicht (zu mir, zu dem, was mir passiert). Sie dennoch träumen zu dürfen, ist ein großer Luxus - und in diesem "thinking blue" erlaube ich mir das. Herbst, Melancholie, Gedanken, dieses Gefühl von zu Hause trotz der Fremde und "thinking blue". So lässt es sich leben. Ich kenne und liebe es, ich mag diese Melancholie, diese Gedanken.
Es geht mir gut.
Es geht mir so gut, dass es auch wunderschön ist, ein bisschen weinen zu wollen. Nicht, weil man traurig ist. Nicht einmal wegen der Melancholie. Sondern einfach, um es zu tun. Wundervoll.
Bin ich die einzige, die so denkt?

Vermissen. Eines meiner Gedankenspiele heute. Es waren viele, aber das ist mir am meisten geblieben.
Das mit dem Vermissen ist eine komplizierte und eigentlich sehr seltsame Sache. Ich habe mir heute überlegt - wie kann man jemanden etwas vermissen, der das einem gar nicht wirklich gehört … das man gar nicht so "richtig" hat? Hat man dann überhaupt das Recht auf dieses Gefühl? Dieses wunderschön-blaue Gefühl, dass es einem gut geht, weil man in Gedanken alles haben kann, aber dass es einem nochmals besser gehen könnte, dass es leichter sein könnte, vernünftig und gleichzeitig träumerisch zu sein, wenn da noch das (vorhanden) wäre, das man vermisst? Darf man sich dann danach sehnen?
Ab wann kann man von "vermissen" reden? Reicht es, oft an etwas oder jemanden zu denken? Muss man es 20 Mal am Tag tun, reichen fünf Mal?
Oder gehört dieser … leichte, schöne Schmerz dazu? Dieser … blaue Schmerz? Thinking blue … ich mag es so.
Ich vermisse, glaube ich. Auf irgendeine Art. Auf eine seltsame Art, weil mir gar nichts gehört. Oder doch. Die an mich gerichteten Worte gehören unter anderem mir, die Gedanken, die man eventuell an mich verschwendet. Das ebenfalls-daran-Denken, meine Träumereien … das gehört alles mir.
Doch, ich glaube, dass ich vermisse, und ich glaube auch, dass man immer ein Recht darauf hat.

Es ist 20:30 Uhr, ich sehe wieder nach draußen … und es ist fast völlig dunkel. Nein. Der Himmel ist dunkelblau. Blau. Natürlich. Etwas anderes würde nicht zu diesem wunderschön-melancholisch-blauen Tag passen.
Es ist grade so hell noch, dass man dunkel-blau-schwarze Wolken vom Himmel unterscheiden kann. Sie sehen kuschelig aus und ein bisschen so, wie ich mich fühle.
Ich fühle mich im Moment blau-glücklich-blau. Und ein ganz ganz blauer Gedanke zerreißt kurz alle anderen Gedankenfäden: Wie schade, dass so blau-glücklich-blau-Momente selten länger als einen Abend anhalten.
1.9.10 21:15
 
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